LESERBRIEF ZUM THEMA SONN- UND FEIERTAG
BILDER
UNSERER KAB-VERANSTALTUNGEN IN DER PFARRE LIESING
Die KAB hat am Freitag,
10. Juni, anlässlich der Langen Nacht der Kirchen, einen Teil des Abendprogramms
in der Pfarre Liesing gestaltet. Zu einer dieser Veranstaltungen kam nun ein
Leserbrief aus Südtirol:
Ich möchte Ihnen zuerst einmal danken,
dass Sie bei der langen Nacht der Kirchen mitgemacht haben. Und ein ganz besonderer
Dank gilt Ihnen zu Ihrem sehr aktuellen Thema: „Christen in der Arbeitswelt.“
Gerade wir Christen sind aufgefordert uns einzusetzen, dass unser Sonn- und
Feiertag nicht wirtschaftlichen Interessen geopfert wird.
Die fortschreitende Aushöhlung unseres
Sonn- und Feiertages nimmt immer größere Ausmaße an. Man kann man immer wieder
beobachten, dass unser Sonntag immer mehr wirtschaftlichen Interessen geopfert
wird. Sonntags arbeiten auf Baustellen aufgrund Einhaltung von Terminen usw.
aber auch Einkaufen rund um die Uhr, klingt für manche attraktiv, bedeutet
aber, dass wieder viele andere Menschen um den Wert des gemeinsamen freien
Sonntags gebracht werden. Auch die Meinung man soll jedem seine Freiheit lassen
liegt damit völlig daneben.



Der
freie Sonntag ist demnach eine Angelegenheit für uns alle. Freunde und Familien
können einander begegnen. Der Sonntag ist auch ein Ausgleich für den Alltag. Auch
wenn Glaube sich im Alltag zeigen soll, Feste oder Liturgie brauchen einen
Raum. Gemeinden, Vereine und viele andere leben von dieser gemeinsamen
freien Zeit.
Tatsache ist auch, dass die
Tage mit Arbeitsausfällen infolge von psychischen und seelischen Krankheiten
im Vergleich zu den normalen Krankheitsausfällen in den Betrieben und Arbeitsstätten
immer mehr zunimmt, infolge von Leistungs- und Zeitdruck!
Die Ausweitung der
Sonn- und Feiertagsarbeit in gesellschaftlich nicht notwendige Bereiche bedeutet
einen gravierenden Einschnitt in das Gefüge der Gesellschaft.
Die Sonntags- und Feiertagsruhe muss
daher generell gesetzlich geschützt werden. Auch der Papst sagt
zum diesjährigen Jahr der Eucharistie folgendes:
"Es ist mein besonderer Wunsch, dass ein spezieller Einsatz unternommen
werde, um den Sonn- und Feiertag als
Tag des Herrn und Tag der Kirche neu zu entdecken und voll zu begehen."
Wir müssen einer „Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft“
alle gemeinsam strikt entgegenwirken. Wer heute die Abschaffung des arbeitsfreien
Sonntags aus wirtschaftlichen Interessen fordert, handelt gegen die Menschenwürde.
Der gemeinsame und öffentliche Ruhetag ist ein Zeichen der Menschlichkeit
für jeden einzelnen und für die ganze Gesellschaft!
Deshalb möchte ich Ihnen in besonderer
Weise danken für Ihren Einsatz diesbezüglich. Dieser Einsatz soll weit hinausstrahlen
in die Gesellschaft und eine Botschaft für uns alle sein!
Mit freundlichen Grüßen Paul
Berger, Bozen, Südtirol-Italien

