KARDINAL JOSEPH CARDIJN


GRÜNDER DER KAJ UND KAB

 

 

"ICH MÖCHTE PRIESTER WERDEN"

Kardinal Joseph Cardijn,wurde am 13. November 1882 in Schaerbeck bei Brüssel als ältester Sohn einer Arbeiterfamilie geboren. Sein Vater konnte weder lesen noch schreiben. Cardijn kam schon sehr früh mit den Problemen der Arbeiter in Berührung. Selbst Kinder gingen damals zur Arbeit. Man sprach zu Hause über die tristen Arbeitssituationen. Joseph hörte von Streiks, von Arbeitern, die verhaftet wurden. Er begleitete seinen Vater zu Versammlungen, in denen man sich mit sozialen Fragen auseinandersetzte.

Als er 9 Jahre alt war, bat ihn sein Vater aus der Enzyklika "Rerum novarum" vorzulesen.

Im Alter von 13 Jahren kam Cardijn völlig unerwartet zu seinen Eltern und sagte: "Ich möchte weiter zur Schule gehen, ich möchte Priester werden."

Mitten im Studium wurde Cardijn ans Sterbebett des Vaters gerufen. Dort schwor er, sein Priesterleben für die Rettung der Arbeitermasse einzusetzen.

BEGEGNUNG MIT DER SOZIALEN FRAGE

Als junger Priester begann Cardijn mit dem Studium der Soziologie. Er war überzeugt, dass zur Lösung der Probleme der Arbeiter etwas geschehen müsse. Es beschäftigte ihn die Frage: Sind die jungen Menschen, die ins Arbeitsleben eintreten, verurteilt unterdrückt zu sein, verdorben zu werden, und den Glauben zu verlieren?

Er wollte sein Priesterleben ganz in den Dienst der Arbeiter, besonders der jungen Arbeiter stellen.

ERST PROFESSOR DANN KAPLAN

Von 1907 bis 1912 war Cardijn Professor in einem Gymnasium. 1912 war er mehrere Wochen krank. Ein Priester sagte zu ihm: " Du brauchst eine aktive Aufgabe; in Brüssel ist eine Pfarre frei." Cardijn wurde Kaplan. Er war jetzt 30 Jahre alt. Sein Traum begann nun Wirklichkeit werden.

1912 BEGINN MIT JUNGARBEITERN

Cardijn: "Aktivisten findet man nicht von vornherein, man beginnt mit denen, die man hat und formt sie."
1912 begann er als Kaplan in Laeken mit dem Aufbau der Arbeiterjugend. Viele Misserfolge und Schwierigkeiten begleiteten diese ersten Versuche. Aber mit seinem unbändigen Glauben und seiner berühmt gewordenen Dynamik gelang sein Plan.

GEFANGENSCHAFT WÄHREND DES ERSTEN WELTKRIEGES

Cardijn nahm öffentlich Stellung gegen die ungerechte Besetzung des Landesdurch die deutsche Armee im Jahre 1916 und gegen Deportationen belgischer Arbeiter. Cardijn wurde für 7 Monate inhaftiert. Abermals setzte er den Widerstand gegen die fremde Besatzung fort. 1918 wurde er wieder gefangen genommen und zu 10 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Das Ende des Krieges brachte ihm die Freiheit.

AUSBREITUNG DER CHRISTLICHEN ARBEITERJUGEND

Cardijn schenkte jugendlichen Arbeitern grenzenloses Vertrauen. "Ihr habt eine einmalige Berufung. Wenn Ihr glaubt, könnt Ihr die Welt erobern!" "Ich träume von Laienapostel, die die Arbeiter mit der leidenschaftlichen Liebe des Erlösers lieben, der vor nichts zurückscheut, um sie zu retten." 1919 wurde die christliche "Gewerkschaftsjugend" geboren.

SCHWIERIGKEITEN VON ALLEN SEITEN

Je größer der persönliche Einsatz von Cardijn und seiner Bewegung wurde, desto mehr erlebte man von allen Seiten Widerspruch. Die offizielle Kirchenjugend vertrat die Meinung: "Eine Organisation junger Arbeiter zu akzeptieren, heißt einen Virus zuzulassen." Seit 1924 heißt die Bewegung nun "Christliche Arbeiterjugend".

CARDIJN BEI PIUS XI.

Papst PiusXI. zu Cardijn, gegen alle Erwartungen: "Ich habe einen besonderen Segen für Sie. ... Was die Organisation der Jugend angeht, ... ich ermutige sie in besonderer Weise.""Jeder Arbeiter hat einen unendlichen Wert. Solange wir nicht alle zu Christus und zur Kirche geführt haben, ist unsere Sendung nicht beendet, könnt Ihr nicht ruhen."

KAJ - OFFIZIELLES GRÜNDUNGSDATUM

Im April 1925 fand eine große KAJ-Tagung statt. Diese Tagung war das offizielle Grundungsdatum der KAJ.

Cardijns Forderung war: die Jungarbeiter müssen sich selbst zuerst ändern, bevor sie andere dazu bewegen.

Er wollte keine Lösung der Arbeiterprobleme von außen, sondern durch die Arbeit selbst. Mit seiner Methode "Sehen, Urteilen, Handeln" führte er die jugendlichen Arbeiter zur Entdeckung ihres eigenen Lebens, dessen Werte, ihrer Probleme und ihrer Bedürfnisse.

DIE ROLLE DER PFARRE

Cardijn: "Die Pfarre muss missionarisch sein, Quelle einer apostolischen Lebendigkeit, ständig auf der Suche nach einer Bindung ans tägliche Leben." Cardijn: "Das tägliche Arbeitsleben ist eine Berufung!". Cardijn schuf einen neue Spiritualität, völlig verwurzelt in der Berufung zum Laien und zum Arbeiter.

DIE AUSBREITUNG DER KAJ UND KAB

Innerhalb von 40 Jahren breitete sich die KAJ und KAB in allen Erdteilen in über 100 Ländern der Welt aus.

1967 starb Kardinal Cardijn in Belgien an den Folgen einer schweren Operation. Er war ein Mann des Glaubens: "Alles kommt von Gott".

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KARDINAL JOSEPH CARDIJN


Der belgische Arbeiterpriester und spätere Kardinal Joseph Cardijn (1882-1967) gilt auch als Begründer derKatholischen Arbeiter Jugend (KAJ) und der KAB in Österreich. Bereits am Beginn des 20. Jahrhunderts war ihm das Schicksal von jungen ArbeiterInnen ein Anliegen und er gründete in Belgien die Jungarbeiterbewegung (JOC). Durch mehrere Österreich Besuche, vor allem aber mit seiner Methode "Sehen - Urteilen - Handeln" wurde er zur prägenden Gestalt und Impulsgeber der weltweiten Bewegung für junge Arbeiter/innen in der katholischen Kirche. So kann die Gründungszeit der KAJ und KAB auch als Cardijn-Bewegung verstanden werden.

Die Methode "Sehen - Urteilen - Handeln" wurde zur Basis für die AktivistInnen der KAB.

Ausgangspunkt in diesem 3 Schritt ist das "Sehen" (Wahr-nehmen) der Menschen in der Arbeitswelt, im Spannungsfeld von sozialen, wirtschaftlichen und politischen Strukturen.

Im "Urteilen" werden Fragen, die für Gerechtigkeit, Menschenwürde, Freiheit und Solidarität sensibilisieren, gestellt. Der Maßstab an dem die Arbeitswelt und die Gesellschaft gemessen wird , ist das Evangelium.

Aus diesem Hintergrund heraus werden die Aktivist/innen dann im politischen "Handeln" tätig. Sie engagieren sich für einen menschengerechte und solidarische Gesellschaft und Arbeitswelt.