Katholische Arbeitnehmer/innen
Bewegung Österreich KABÖ
„Eine Bewegung lebt dann, wenn sie sich
jeweils neu den aktuellen Fragen der Zeit stellt und darauf Antworten
zu geben versucht. Aufgabe eines Programms ist es auch, Ziel und Wollen
einer Gemeinschaft zum Ausdruck zu bringen.“
Mit dieser Einleitung begannen alle bisherigen Grundsatzprogramme der
KAB Österreich. Nach der Gründung der KABÖ im Jahre 1951,
wurde im Mai 1955 das 1. Grundsatzprogramm beschlossen. Anliegen des
2. Grundsatzprogrammes im Jahre 1971 war es, die Aussagen des II. Vatikanischen
Konzils aufzunehmen. Die Erkenntnisse einer nationalen Studientagung
über das „gesellschaftspolitische Apostolat“ bildeten die Grundlage
für das 3. Grundsatzprogramm von 1978. Die rasanten technischen
Entwicklungen und Erkenntnisse der Studientagung „Überlasst die
Zukunft nicht dem Zufall“ fanden im 4. Grundsatzprogramm von 1987 ihren
Niederschlag.
Im Jubiläumsjahr 2001 fand – neben der traditionellen Rom-Wallfahrt
im Mai zu 110 Jahre „Rerum Novarum“ – eine intensive Diskussion in allen
Diözesen zum neuen Grundsatzprogramm statt. Nachdem sich zwei Bundeskonferenzen
der KABÖ mit den Textentwürfen auseinandergesetzt hatten,
wurde das vorliegende 5. Grundsatzprogramm der KAB-Österreich in
einer a. o. Bundeskonferenz am 23. Juni 2001 im Betriebsseminar Österreichs
in Linz einstimmig beschlossen.
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Zum Geleit: Bischof Maximilian Aichern
Vorwort: Bundesvorsitzender Bruno Holzhammer
1. EINLEITUNG
2. UNSER WICHTIGSTER GRUNDSATZ
3. MERKMALE UND WESEN DER KAB
3.1. - Die KAB ist eine ARBEITNEHMER/INNEN-BEWEGUNG
3.2. - Die KAB ist eine CHRISTLICHE BEWEGUNG
3.3. - Die KAB ist eine GESCHWISTERLICHE BEWEGUNG
3.4. - Die KAB ist eine BILDUNGSBEWEGUNG
3.5. - Die KAB ist eine AKTIONSBEWEGUNG
3.6. - Die KAB ist eine GESELLSCHAFTSPOLITISCHE BEWEGUNG
3.7. - Die KAB ist eine INTERNATIONALE BEWEGUNG
4. OPTIONEN UND ORIENTIERUNGEN DER KAB
4.1. - Option für die ARMEN
4.2. - Engagement für den SONNTAG
4.3. - Orientierung an der PERSONALITÄT
4.4. - Orientierung an der SOLIDARITÄT
4.5. - Orientierung an der SUBSIDIARITÄT
4.6. - Orientierung am GEMEINWOHL
4.7. - Orientierung an der NACHHALTIGKEIT
5. VISIONEN UND FORDERUNGEN DER KAB:
5.1. - Herausforderungen der Gegenwart
5.2. - Die KAB auf dem Weg ins 3. Jahrtausend
5.3. - Forderungen der KAB
6. ANHANG
6.1. - Quellenverzeichnis
6.2. – Auszüge aus dem 1. KAB-Grundsatzprogramm
6.3. – Gebete, Texte und Lieder der KAB
6.4. – Soziale Rundschreiben der Weltkirche
6.5. – Sozialbotschaften in Österreich
6.6. – Die KAB in der WBCA
7. ADRESSEN
7.1. – Die KAB auf Österreichebene
7.2. – Die KAB in den Diözesen
7.3. – Regionale Kontaktstellen
ZUM GELEIT
Referatsbischof der KABÖ – Maximilian
Aichern OSB
Das Jahr 2001 hat für die Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung
in Österreich eine besondere Bedeutung. Wir feiern das 50jährige
Bestehen. Gleichzeitig sind es heuer 110 Jahre seit dem Erscheinen der
ersten Sozialenzyklika „Rerum novarum“ von Papst Leo XIII. Daher geht
es neben einem dankbaren Rückblick auch um eine Neubesinnung und
den verstärkten Einsatz in den Sozialanliegen in Gesellschaft und
Kirche.
Ein wichtiger Bestandteil des Jahres war die intensive Auseinandersetzung
mit den Werten und Orientierungen, welche die KAB in die heutige Gesellschaft
einbringen möchte. So ist es gelungen, mit dem 5. Grundsatzprogramm
eine deutliche Neuorientierung festzuschreiben.
Die KAB weiß sich dabei eng mit dem Evangelium und den Sozialaktivitäten
der Gesamtkirche verbunden. Jesus selbst war ein Arbeiter und hat sich
ganz mit uns, mit den arbeitenden Menschen solidarisiert. Er hat durch
sein Leben und seine handwerkliche Tätigkeit, aber auch in seiner
Botschaft die Würde der ArbeiterInnen und die Bedeutung der Arbeit
unterstrichen. Er hat aber auch daran erinnert, dass Arbeit und Leistung
nicht alles sind, dass die Feier des Sabbats bzw. Sonntags, die Feier
der Gemeinschaft und die Öffnung für die geistigen Werte,
auch für den Aufblick zu Gott ein wesentlicher Teil unseres Lebens
sind.
Der Einsatz für die Armen, die Notleidenden und Unterdrückten
zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Kirche. Ein
vorbildliches Beispiel haben die Päpste unserer Zeit, angefangen
von Leo XIII., gegeben. Unser jetziger Papst, Johannes Paul II., hat
einmal gesagt: „Die Option für die Armen beschäftigt mich
alltäglich.“
Österreichs Kirche hat durch große Persönlichkeiten
und das breite Engagement im Laienapostolat einen wichtigen Beitrag
zur Verwirklichung der katholischen Soziallehre geleistet. In dieser
Linie sind auch der Sozialhirtenbrief der österreichischen Bischöfe
von 1990 und das ökumenische Sozialwort, an dem gegenwärtig
intensiv gearbeitet wird, zu sehen.
Die Welt von heute befindet sich in einem tiefgreifenden wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Strukturwandel. Wir dürfen und können
als Christen nicht daran vorbeigehen, sondern müssen uns mit voller
Kraft für die Lösung anstehender Fragen, für den Aufbau
einer gerechten Gesellschaftsordung engagieren. So setzt sich die KAB
mit Recht für die Schaffung einer Sozialverträglichkeitsprüfung
ein.
die Schnelligkeit des Wandels in der Arbeitswelt, die sich derzeit vollzieht,
muss auf ein menschliches Maß reduziert werden. Die „De-Regulierung“,
die Durchlöcherung, ja bisweilen sogar Abschaffung bisheriger sozialer
Rechte und Errungenschaften darf nicht einfach hingenommen werden. Die
KAB wehrt sich zu Recht gegen Trends, die Schwache und Benachteiligte
zu Opfern machen. Besonders in der Sonntagsfrage beobachten wir kritisch
und mit Protest die Versuche, die Menschen zu einem „Rund-um-die-Uhr-Wesen“
zu machen und möglichst hohen Profit vor alle humanen Werte und
Anliegen zu stellen. Wir meinen, dass die „neue Arbeit“ nicht in der
totalen Flexibilität besteht, sondern dass der Mensch im Mittelpunkt
stehen muss, dass auch über die reine Erwerbsarbeit hinaus gedacht
werden muss und wichtigste Bereiche unbezahlter Arbeit wie z. B. Hausarbeit,
Kindererziehung, Pflege von Angehörigen und ehrenamtlicher Sozialeinsatz
einbezogen werden sollten.
Wir leisten unseren Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und das
Wohl der Menschen nicht in verbissenem Ernst. Bei uns soll Optimismus
und Freude, die vom Gottesgeist geschenkt werden, spürbar sein.
Sie verhindert die Resignation, wenn uns die Probleme über den
Kopf zu wachsen scheinen; die Probleme, wie weltweite Ungerechtigkeit,
Infragestellung sozialer Errungenschaften, Umweltbedrohung, nach wie
vor zu hohe Arbeitslosigkeit usw. Wir dürfen darauf vertrauen,
dass Gott das Seine tut, wenn wir das Unsere tun.
Ich möchte Euch bestärken, dass Ihr KAB-ler und KAB-lerinnen
als „Kirche in der Arbeitswelt und als Stimme der Arbeitnehmerschaft
in der Kirche“ mithelft, die Prinzipien der christlichen Soziallehre,
wie sie so klar in den Päpstlichen Erklärungen dargelegt werden,
in die Tat umzusetzen, dass Ihr beitragt, dass unsere Welt nicht kälter
und unpersönlicher wird, sondern dass der Plan und die Liebe Gottes
immer mehr Verwirklichung finden. Gerade der Kirche und uns Christen
kommt heute die Aufgabe zu, Orientierung, Sicherheit und anregende Beispiele
zu geben, das Bewusstsein von Freiheit und Verantwortung wach zu halten
sowie die Solidarität zu stärken.
Mit dem neuen, zukunftsfähigen Programm hat die KAB die „Segel
in den Wind“ gestellt. Ich wünsche dir die Ausdauer und den Mut,
das Motto der Günderzeit von Joseph Cardijn „Nicht Worte – sondern
Taten“ auch in Zukunft ein Stück Wirklichkeit werden zu lassen.
Bischof Maximilian Aichern OSB
VORWORT
Nach vielen Gesprächen und Überlegungen erkannten die Leitungsorgane
der Kath. ArbeitnehmerInnen Bewegung Österreich, dass die enormen
Veränderungen und Umwälzungen in Wirtschaft und Gesellschaft,
für eine Sozialbewegung neue Grundsätze und Leitlinien erfordern
und notwendig machen.
Diese sollen als Wegweiser und Hilfen dienen, für den Einsatz unserer
MitarbeiterInnen und Freunde, aber auch als Orientierung für betroffene
Menschen in dieser Welt voller widersprüchlicher Entwicklungen.
Die Anzeichen für Umbrüche sind fast überall zu sehen.
Täglich stehen wir vor neuen gesellschaftlichen, technologisch
en, neuerdings genbiologischen Erkenntnissen, Versuchen und Folgen von
Maßnahmen, deren Auswirkungen niemand mehr beurteilen kann oder
will. Wie bei anderen industriellen Revolutionen erleben wir auch jetzt,
dass Wirtschaft und Finanzwelt mit viel Einfallsreichtum die bestehende
Ordnung, das Bewusstsein der Menschen und die Gesellschaftssysteme hinter
sich gelassen haben und sich über Vereinbarungen im sozialen Bereich
hinwegsetzen.
In einer derart unübersichtlichen und widersprüchlichen Situation
ergibt sich fast zwangsweise der Ruf nach ethischen und moralischen
Normen und Leitlinien als einzige Orientierungshilfe.
Die gesellschaftlichen Strukturprinzipien der Kath. Soziallehre, die
unser Grundsatzprogramm letztlich bilden und formen, sind wohl unbestritten
als wesentliche Pfeiler und Fundamente auch für diese heutige Gesellschaft
gültig!
Diese Erkenntnis lässt mich vertrauensvoll auf einen wertvollen
Beitrag für die Zukunft unserer Gesellschaft, für die Kirche
und letztlich für unsere KAB hoffen.
Bruno Holzhammer, Bundesvorsitzender der KABÖ
1. EINLEITUNG
„Die ersten und unmittelbaren Apostel der
Arbeiter müssen die Arbeiterinnen und Arbeiter selbst sein“ (Joseph
Cardijn)1.
Die Katholische ArbeitnehmerInnen-Bewegung
(KAB) Österreichs ist eine Gemeinschaft von Christinnen und Christen
in der Arbeitswelt, eine Bewegung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
in der Kirche.
Als eine Bewegung christlicher Arbeitnehmer/innen und deren Familien,
wendet sich die KAB in gleicher Weise an Frauen und Männer, die
als Laien in der Kirche mitarbeiten und in der Nachfolge Christi für
eine menschenwürdige Gestaltung der Arbeitswelt und der Gesellschaft
eintreten. Dieses Laienapostolat der KAB ist Teil der Katholischen Kirche
Österreichs. Es wird von demokratisch gewählten ehrenamtlichen
Vorsitzenden geleitet und von Geistlichen Assistenten oder theologischen
Assistent/innen begleitet.
Aus ihrem Selbstverständnis „Kirche in der Arbeitswelt und Stimme
der Arbeitnehmer/innen in der Kirche“ zu sein leitet die KAB vorrangige
Handlungsfelder und Schwerpunkte ab, für die sie folgende Grundsätze,
Wesensmerkmale, Optionen, Orientierungen und Visionen formuliert:
2. UNSER WICHTIGSTER GRUNDSATZ
WIR STELLEN DEN MENSCHEN IN DIE MITTE!
„Der Mensch muss Träger, Schöpfer
und das Ziel aller gesellschaftlichen Einrichtungen sein ...“ (Papst
Johannes XXIII.)2
Nach dem wichtigsten Grundsatz der KAB,
muss die Wirtschaft dem Menschen dienen. In der Weltwirtschaft erleben
wir gegenwärtig dazu oft einen Widerspruch mit verheerenden Folgen:
Entfremdung des Menschen, Unterwerfung des Menschen unter den Produktionsprozess,
Arbeitsorganisation ohne Rücksicht auf menschliche Bedürfnisse,
Profitstreben um jeden Preis, Globalisierung ohne Gleichheit und Solidarität.
Für die KAB ist die Wirtschaft ein Teilbereich menschlichen Schaffens,
und als solcher setzt sie die Freiheit und Verantwortung aller Beteiligten
voraus.
Für eine Wirtschaft, die den Menschen
in die Mitte stellt, sind für die KAB zentrale soziale Zielsetzungen:
die notwendige Versorgung der Menschen
mit Gütern und Dienstleistungen und das Einlösen eines Rechtes
auf Arbeit,
eine gerechte Entlohnung und soziale Sicherung für alle Menschen,
eine sozial gerechte Verteilung der erwirtschafteten Gewinne und Überschüsse,
sowie
gerechte Wirtschaftsbeziehungen auf nationaler und internationaler Ebene.
3. MERKMALE UND WESEN DER KAB
Aus ihrem Selbstverständnis, sowohl
Kirche als auch ArbeiternehmerInnen-Bewegung zu sein, ist die KAB eine
Bewegung mit vielfältigen Wesensmerkmalen und Ausrichtungen:
3.1 - Die KAB ist eine ARBEITNEHMER/INNEN-BEWEGUNG
Jesus wählt seine ersten Apostel unter Fischern aus. Er beruft
sie, während sie ihre Arbeit verrichten: „Fahrt hinaus auf den
See! Dort werft Eure Netze zum Fang aus!“ (Lk 5,4)3
Der Begriff „Arbeit“ unterliegt einem radikalen
Wandel. Im 21. Jahrhundert geht der Trend von manueller Arbeit hin zu
Dienstleitungsberufen mit hoher Qualifikationsanforderung und einer
generellen Verschiebung zur Wissensarbeit und zu Computerarbeitsplätzen.
Dies wird begleitet von neuen Beschäftigungsformen wie z.B. freie
Mitarbeit, Arbeit auf Werkvertragsbasis, Teilzeitarbeit und insgesamt
mehr Flexibilität und Mobilität. Zunehmend werden für
Arbeitnehmer/innen lebenslanges Lernen und wechselnde Arbeitsverhältnisse
(Job-Rotation) zum Normalfall. Ebenso wechselnde Phasen von selbständiger
und unselbständiger Erwerbsarbeit und erwerbslose Zeiten wie z.B.
Arbeitslosigkeit, Bildungskarenz, Familienkarenz,.... Nicht zuletzt
reicht der Begriff Arbeit weit über die reine Erwerbsarbeit hinaus
und so bilden besonders die gesellschaftlich unverzichtbaren Bereiche
unbezahlter Arbeit z.B. Hausarbeit, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen
- aber auch ehrenamtliche Tätigkeit - wichtige Bestandteile.
In diesem erweiterten Verständnis von Arbeit wendet sich die KAB
als ArbeitnehmerInnen-Bewegung vor allem an alle Frauen und Männer,
die in der Arbeitswelt ihr Christ-Sein leben wollen.
Wir wenden uns ebenso an die steigende Zahl von Menschen in atypischen
und oft prekären Arbeitsverhältnissen (z. B.: geringfügige
Beschäftigung, Leiharbeit, ...), auch an jene, die ohne Erwerbsarbeit
sind, an Hausfrauen und -männer sowie PensionistInnen.
Zur Mitarbeit sind auch jene eingeladen, die sich von ArbeitnehmerInnen-anliegen
betreffen lassen, sich in ihrem Denken und Fühlen der ArbeitnehmerInnenschaft
zuordnen und deren Interessen vertreten. Besonders fördern wir
dabei das Engagement von BetriebsrätInnen und PersonalvertreterInnen.
3.2 - Die KAB ist eine CHRISTLICHE BEWEGUNG
„Euer Leben ist das 5. Evangelium“ (Joseph
Cardijn)4
Die Spiritualität der KAB ist geprägt
von der Einheit von Glaube und Leben. Alles, was dieser Einheit von
Gottesbeziehung und Menschenbeziehung widerspricht, z. B. „Strukturen
der Sünde“ in der Welt der Arbeit und Wirtschaft, soll nach Möglichkeit
behoben werden, damit „Strukturen des Heils“ im täglichen Leben
erfahrbar werden. Gottes befreiender Geist wirkt mitten unter den Menschen
auch in Betrieben und im Alltag, wenn sich Einzelne und Gruppen für
bessere Lebensbedingungen, für mehr soziale Gerechtigkeit oder
für die Rechte von Schwachen und Benachteiligten einsetzen.
„Christus hat die Welt auch durch die Arbeit erlöst“ - Neben der
Frohen Botschaft vom Reich Gottes, verkündete Jesus Christus das
„Evangelium der Arbeit“, indem er einen großen Teil seiner Lebensjahre
als Zimmermann arbeitete. In diesem Licht zeigt sich die menschliche
Arbeit auch als Teilhabe an der Erlösung.
Die „Geistlichen Assistenten“ leisten einen wichtigen Beitrag in der
Bewegung. Ihre Gegenwart, ihr Engagement und Zeugnis ist für die
Frauen und Männer in der KAB eine Aufforderung, die Verbindung
zwischen Leben und Glaube, Glaube und Engagement intensiver zu leben.
Durch die Verbundenheit mit Jesus Christus entsteht eine „Spiritualität
der Arbeit“, die im solidarischen Handeln in der Arbeitswelt ihren Ausdruck
findet.
In dieser Spiritualität weiß sich die KAB getragen von der
Gewissheit, dass das Reich Gottes mit dem Leben und der Verkündigung
Jesu schon begonnen hat und von Gott vollendet werden wird.
* Der Einsatz für Gerechtigkeit und Erfolge im solidarischen Engagement,
* die gegenseitige Unterstützung und Hilfe,
* das Erlebnis gelungener Gemeinschaft, Gebet und Feier der Eucharistie
sind befreiende Erfahrungen des Reiches Gottes und Ermutigung für
ein Leben in Fülle.
3.3 - Die KAB ist eine GESCHWISTERLICHE
BEWEGUNG
„Gott schuf also den Menschen als sein
Abbild. Als Mann und Frau schuf er sie.“ (Gen 1,27)5
Gleichberechtigung ist für die KAB
eine Forderung, die selbstverständlich von einem gleichberechtigten
Miteinander von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft ausgeht,
aber wesentlich tiefer wurzelt. Letztlich ist der geschwisterliche Umgang
auch Ausdruck der Menschenwürde.
Der Aufforderung des Sozialhirtenbriefes der katholischen Bischöfe
Österreichs folgend, dass „die Anerkennung der Würde und Rechte
der Frau als Zeichen der Zeit erkannt und für die Kirche zum unüberhörbaren
Auftrag werden muss“ (SHB 80) fordert und fördert die KAB ein gerechtes
Miteinander von Frauen und Männern auf allen Ebenen der Gesellschaft,
in Arbeitswelt und Kirche. Indem Frauen und Männer sich auch unabhängig
voneinander mit ihrer jeweiligen Situation und Stellung in der Gesellschaft,
insbesonders in der Arbeitswelt, aber auch in der Kirche auseinandersetzen,
soll ein neues geschwisterliches Miteinander entstehen. Ziel ist eine
neue und gerechtere Aufteilung der Verantwortung der Familien- und Erwerbsarbeit.
Ebenso wie die Wirtschaft von einem höheren Anteil an Frauen, auch
in höheren und leitenden Positionen profitiert, erfahren Männer
aus dem „Vater-Sein“ für sich und ihre Kinder wieder bleibende
Bereicherungen für ihr Leben.
Als „geschwisterliche Bewegung“ unterstützt und fördert die
KAB in allen Diözesen und auf Bundesebene Maßnahmen, die
zu einer gleichberechtigten Teilhabe und zur Gleichbehandlung beider
Geschlechter an Aufgaben und Entscheidungen führen.
3.4 - Die KAB ist eine BILDUNGSBEWEGUNG
„Der Einsatz für Gerechtigkeit und
die Beteiligung an der Umgestaltung der Welt erscheinen deutlich als
eine Grunddimension der Verkündigung des Evangeliums.“ (aus Gerechtigkeit
in der Welt, 1971, Papst Paul VI.)7
Die Bildungsarbeit der KAB hat ein parteiliches
und solidarisches Handeln zum Ziel und ist Bildung zu Engagement und
Beteiligung.
Methodisch folgen die Bildungsarbeit und die Aktionen der KAB den Schritten:
„Sehen - Urteilen - Handeln und Feiern“.
Ausgangspunkt ist das „Sehen“ („Wahr-Nehmen“) der Menschen in der Arbeitswelt,
im Spannungsfeld von sozialen, wirtschaftlichen und politischen Strukturen.
Im „Urteilen“ lernen wir Fragen zu stellen, die für Gerechtigkeit,
Menschenwürde, Freiheit und Solidarität sensibilisieren. Der
Maßstab, an dem wir Arbeitswelt und Gesellschaft messen, ist das
Evangelium. Unsere Bildungsprozesse setzen an der konkreten Lebenssituation
(Betriebe, Familie, Freunde,...) und in der Auseinandersetzung mit der
gesellschaftlichen Realität an. Sie berücksichtigen besonders
den strukturellen Wandel der Gesellschaft mit den sich ändernden
Arbeits- und Lebensvollzügen. Durch das Einbringen von Erfahrungen
und Fähigkeiten, durch das authentische „Vormachen - Mitmachen
- Selber Machen“ werden die Menschen zu politischem „Handeln“ aufgefordert
und befähigt. Der Weg zur Befreiung wird in gemeinsamen „Feiern“
erlebbar. Diese Feiern können sehr unterschiedliche Formen annehmen
z.B. zu kirchlichen Festen, nach gelungenen Aktionen,... und sollen
unsere Arbeit und unser Leben zum Ausdruck bringen.
Mit ihrer Bildungsarbeit fördert die KAB die Persönlichkeitsentwicklung
und Bewusstseinsbildung des/der Einzelnen, sowie das Engagement für
eine menschengerechte und solidarische Gesellschaft und Arbeitswelt.
3.5 - Die KAB ist eine AKTIONSBEWEGUNG
„Die christlichen Laien, wenn sie ihr Apostolat
in Wahrheit, mit genügender Gründlichkeit und in echter Lebensnähe
ausüben, können und müssen zu einer positiven Lösung
der Probleme der Welt von heute beitragen.“ (Joseph Cardijn)8
Die Aktionen der KAB reichen von kleinen,
persönlichen Schritten bis zu großen gemeinsamen Aktivitäten
z.B. Unterschriftensammlungen, aktivierende Befragungen, Demonstrationen,...
In der KAB können Frauen und Männer als Einzelpersonen mitarbeiten,
sich regelmäßig in Runden treffen z.B. Aktivist/innenrunden,
Betriebsrunden..., aber auch in weiteren Organisationsformen z.B: Studienzirkeln,
Projektgruppen, sozialpolitischen Stammtischen... zusammenkommen. Die
KAB ermutigt zum Engagement und zu konkreten Aktionen. Das jeweilige
Handeln bezieht sich nicht nur auf den Einzelnen, sondern orientiert
sich an der Situation der Menschen mit dem Ziel einer solidarischen
Gesellschaft. Die KAB wirkt für Menschen, die von gleichen Problemen
betroffen sind und ihre Situation entsprechend verändern möchten,
durch Lernprozesse, die nicht nur auf ein kurzfristiges Ziel hin angelegt
sind, sondern Schritt für Schritt Veränderungen erzeugen,
Erfahrungen ermöglichen, Hoffnungen beinhalten.
Durch Austausch von Erfahrungen und Zusammenarbeit mit anderen Gruppen,
durch Vernetzung und mittels gemeinsamer Aktionen, erfahren Frauen und
Männer, die sich in der KAB engagieren, Teil einer Bewegung zu
sein, die auf Diözesan- und Bundesebene aktiv wird und auch eine
internationale Dimension eröffnet.
3.6 - Die KAB ist eine GESELLSCHAFTSPOLITISCHE
BEWEGUNG
„Jede Religion, die sich um die Seelen
der Menschen, aber nicht um die Slums und ihre verelende Wirkung, um
die erstickenden wirtschaftlichen Verhältnisse und die lähmenden
sozialen Bedingungen sorgt, ist trocken und unfruchtbar wie Staub.“
(Martin Luther King)9
Durch ihre Bildungsangebote und den daraus
folgenden Aktionen, gestaltet die KAB Gesellschaft, Staat, Wirtschaft
und Kirche mit. Wir arbeiten an der Überwindung ungerechter Strukturen
mit und entwerfen gesellschafts- und sozialpolitische Perspektiven.
Wir beteiligen uns an der Entwicklung von neuen Formen gesellschaftlicher
Teilhabe und Teilnahme, damit die politische Mitwirkung und Vertretung
ermöglicht und erweitert wird. Wir setzen uns für eine Politik
ein, die den Rahmen schafft für ein freies, friedliches, gerechtes
und demokratisches Miteinander. Deshalb bilden wir Plattformen für
sozial- und gesellschaftspolitische Anliegen, beteiligen uns an politischen
Aktionen und sind Sprachrohr für Menschen mit geringeren Teilhabechancen
(z.B. durch Arbeitslosenstiftungen, Zusammenarbeit mit Gewerkschaften,
Verbreitung und Verwirklichung der Kath. Soziallehre,..).
Dabei arbeitet die KAB mit allen demokratischen Kräften zusammen,
welche die menschliche Würde umfassend achten, den respektvollen
Umgang mit der gesamten Schöpfung pflegen und auf dem Boden der
österreichischen Verfassung stehen. In Arbeitnehmer/innenanliegen
arbeiten wir vorrangig mit Kath. Arbeiter/innen-Jugend (KAJ) und der
Betriebsseelsorge, der Gewerkschaft und der Arbeiterkammer eng zusammen.
Die KAB motiviert und qualifiziert ArbeitnehmerInnen zur aktiven Teilnahme
am politischen Geschehen und ermuntert ihre Mitglieder zur Übernahme
von Verantwortung in den ArbeitnehmerInnenvertretungen wie Betriebsrat,
Österreichischer Gewerkschaftsbund und Arbeiterkammer, in politischen
Parteien und kirchlichen Gremien (z.B. Pfarrgemeinderat) aber auch themenspezifischen
aktuellen Bürgerinitiativen und sozialen Bewegungen.
3.7 - Die KAB ist eine INTERNATIONALE
BEWEGUNG
„In den verschiedenen Teilen der Welt leben
Arbeiter in sehr unterschiedlichen, wenn auch voneinander abhängigen
Situationen. Diese Wirklichkeiten kennen und sich ihrer bewusst werden,
ist eine wichtige Voraussetzung, um zur harmonischen Entwicklung der
Menschheit beizutragen“. (Centesimus annus, 52, Papst Johannes Paul
II.)10
Die KAB als internationale Bewegung setzt
sich für soziale Gerechtigkeit ein und verpflichtet sich zu weltweiter
Solidarität. Damit will sie den negativen Folgen der Globalisierung
und auch anderen drohenden Gefahren wirksam entgegenwirken. Um gegen
die Missachtung der Menschenrechte und gegen die wachsende Armut zu
kämpfen, knüpft die KAB-Österreichs viele Partnerschaften
mit Arbeitnehmerorganisationen in den Nachbarländern. Dazu gehören
regelmäßige Treffen der deutschsprachigen KABs (Deutschland,
Schweiz, Südtirol, Österreich) ebenso wie Kontakte zu den
Mittel- und Osteuropäischen Nachbarn. Als KAB-Österreichs
sprechen wir uns eindeutig für eine Erweiterung der Europäischen
Union (EU) aus. Die alle zwei Jahre stattfindende Int. Kath. Arbeitnehmer/innentagungen
(IKAT) wird von der KAB-Österreichs mitgetragen.
Die KAB-Österreichs ist Mitglied der „Europäischen Bewegung
Christlicher Arbeiter“ (EBCA) und der „Weltbewegung Christlicher Arbeiter“
(WBCA).
Als Zeichen gelebter Solidarität mit Arbeitnehmer/innenbewegungen
weltweit, hat die KAB-Österreichs den SOLIDARITÄTSFONDS eingerichtet.
Mit ihrem internationalen Engagement will die KAB-Österreichs
die Kluft zwischen armen und reichen Regionen
schließen,
soziale Verelendung und steigende Arbeitslosigkeit bekämpfen,
neue Perspektiven für eine gerechtere Verteilung der Lebenschancen
eröffnen.
4. OPTIONEN UND ORIENTIERUNGEN DER KAB
„Der biblisch offenbare Gott ist ein für
alle Menschen gerechter Gott, und zwar in fundamentaler Parteilichkeit
für die Armen, und er ist ein Gott des befreienden Sabbats.“ (Kurt
Koch, Bischof von Basel)11
4.1 - „ ... in fundamentaler Parteilichkeit
für die Armen“
OPTION FÜR DIE ARMEN
Die „Option für die Armen“ ist für
die KAB Grundlage ihrer Orientierungen und ihres Engagements.
In einer Welt, in der die Mehrheit der
Menschen unter Unrecht und Gewalt leidet, muss die christliche Liebe
für Gerechtigkeit, die konkrete Gestalt der „Vor-Liebe“ für
die Armen annehmen. Armut wird erkenntlich durch ein eindeutiges Weniger
an Bildung, Einfluss und Geld. Die „Option für die Armen“ stellt
sich dabei als politische Gestalt der Nachfolge der parteilichen Liebe
Gottes selbst zu den Ausgestoßenen und an den Rand Gedrängten
heraus. Sie bezieht sich auf das Leben eines/r jeden Christen/Christin
und gilt auch für unsere sozialen Verpflichtungen und unseren Lebensstil.
„Es ist Gott, der sich zuerst für die Armen entscheidet und die
Kirche hat erst in der Folge dieser Hinwendung ihre Option für
die Armen zu treffen.“ (Boff/Pixley)12
Diese Gerechtigkeit Gottes, sein befreiendes
Handeln ist Befreiung von Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Schuld
und umfasst den ganzen Menschen und alle Menschen.
Von diesem Standort aus verkündet die KAB diese befreiende Botschaft
auf alle Menschen hin. Angesichts der gesellschaftlichen Spaltungen
ist die Interessensvertretung und Option für die Armen heute dringlicher
denn je. Die KAB setzt sich deshalb besonders für jene ein, die
weniger an Bildung Einfluß und Geld besitzen.
4.2 - „ ... ein Gott des befreienden
Sabbat“
ENGAGEMENT FÜR DEN SONNTAG
Der Sonntag ist eine der größten
Gaben, welche die jüdisch-christliche Überlieferung der Menschheitsfamilie
geschenkt hat. Es ist der „Tag des Herrn“ und zugleich der „Tag für
alle Menschen“. Am Sonntag sind wir gemeinsam frei von den Alltagszwängen,
er ist der gemeinsame Unterbrechungs- und Ruhetag der Gesellschaft.
Der Sonntag schützt vor dem Ausverkauf der Zeit. Er bewahrt vor
der totalen Ökonomisierung des Lebens. Der Sonntag garantiert den
zeitlichen Rhythmus der Gesellschaft. Er macht kulturelles, gesellschaftliches
und religiöses Leben erst möglich. „Unterbrecht die Arbeit
und feiert das Fest!“, lautet die biblische Botschaft. Und Christinnen
und Christen versammeln sich am ersten Tag der Woche, um am Altar die
Auferstehung zu feiern.
„Der Sonntag ist in unserer Gesellschaft
der regelmäßige gemeinsame freie Tag, ein Tag der Muße
und Erholung, ein Tag der Begegnung, der Familie und der Gemeinschaft,
ein Tag der Besinnung, des Gottesdienstes und des Feierns und ein Tag
vielfältigen Engagements außerhalb von Erwerbsarbeit und
Konsum. Daraus ergibt sich das Engagement für die freien Sonn-
und Feiertage als kulturelle, religiöse, soziale und politische
Herausforderung.“ (aus dem Grundsatzprogramm der „Allianz für den
freien Sonntag“ - Österreichs)13
Die KAB - als Mitbegründerin dieser
Allianz - verpflichtet sich zu einem intensiven, bewusstseinsbildenden
und politischem Engagement zum Schutz der freien Sonn- und Feiertage.
4.3 - Orientierung an der PERSONALITÄT
„Was gilt der Mensch?“
Jeder Mensch ist eine Persönlichkeit,
etwas Einmaliges, von Gott geliebt, gewollt und daher unersetzbar! Diese
menschliche Würde, die Personalität, die in der Ebenbildlichkeit
Gottes gründet, schafft eine universale Gemeinsamkeit aller Menschen.
Zur Entfaltung gelangen die menschlichen Anlagen, Fähigkeiten,
Begabungen und Talente
- in der Gemeinschaft mit Gott
- im geschwisterlichen, würdevollen Umgang mit den Mitmenschen
- im respektvollen Umgang mit der gesamten Schöpfung
In diesen Bezügen stehend, erfüllt
der Mensch seine eigenständige und selbstverantwortete Existenz
im Wirken in der Gemeinschaft. Die Freiheit der Person bleibt unbenommen,
sie wird aber nur dann human verwirklicht, wenn sie mit sozialer Gerechtigkeit
und Liebe verbunden ist.
“Jeder junge Arbeiter und jede junge Arbeiterin
ist mehr wert als alles Gold der Erde!“
Indem sich die KAB bemüht, den Satz
Joseph Cardijns: „Jede/r Arbeiter/in ist mehr wert als alles Gold der
Erde!“ ein Stück Wirklichkeit werden zu lassen, wirkt sie mit an
der Einheit der ganzen Menschheit auf der Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit
und Liebe.
4.4 - Orientierung an der SOLIDARITÄT
„Wer ist verantwortlich?“
Für die KAB ist Solidarität grundgelegt
in der Solidarität Gottes, der für uns Mensch geworden ist.
Daher verstehen wir Solidarität als eine persönliche und religiöse
Haltung mit universaler Reichweite, zugleich als Strukturprinzip der
Gesellschaft. Solidarität steht für eine Beteiligungsgerechtigkeit,
die Frieden schafft. Solidarität schließt das entschiedene
Interesse und wirksame Engagement für das Leben und das Wohlergehen
der anderen Menschen ein. Sie ist „soziale Liebe“, fordert eine gerechte
Verteilung der Güter der Erde, die allen gehören, sowie die
Gleichheit an Würde und Recht aller Menschen und deren Teilhabemöglichkeiten
an gesellschaftlichen Vorgängen. Solidarität am Arbeitsplatz
wurde zum Begriff des Zusammenstehens, um grundsätzliche menschliche
Bedürfnisse (z. B. nach gerechtem Lohn, nach sozialer Sicherheit,
nach Gesundheitsvorsorge, ...) zu erkämpfen. Die eigentliche Motivation
für diesen Kampf, der die Durchsetzung sozialer Gerechtigkeit zum
Ziel hat, muss die Liebe zu den Menschen sein!
„Die schwerwiegenden sozialen Probleme,
die sich heute stellen, können nur gelöst werden, wenn man
neue Allianzen der Solidarität bildet.“ (Libertatis conscientia,
Nr. 89)14
Solidarität kommt auch zum Ausdruck
durch Interesse und Engagement für:
* ausländische Arbeitnehmer/innen
* Arme und Schwache in der Gesellschaft
* durch internationale Vernetzung von ArbeiterInnenbewegungen
Solidarität verpflichtet die Menschen, in „gegenseitiger Verantwortung“
füreinander einzustehen. Vor allem in ihren Runden und Projekten
handelt die KAB aus einer solchen Kultur der Solidarität. Darüber
hinaus unterstützt sie die Arbeit von Interessensvertretungen der
ArbeitnehmerInnen wie z.B. Gewerkschaften, Kammern, Betriebsräte.
4.5 - Orientierung an der SUBSIDIARITÄT
„Wer ist zuständig?“
Die KAB vertritt das in den sozialen Rundschreiben
der Kath. Kirche betonte Prinzip des „hilfreichen Beistandes“. Das heißt:
Was ein Einzelner, eine kleine Gruppe leisten, verwalten, denken, arbeiten
kann, soll ihr von der nächstgrößeren nicht abgenommen
werden. Umgekehrt ist es Aufgabe der größeren Einheiten,
die kleineren zu unterstützen und ihnen dazu zu verhelfen, ihr
eigenes Handeln zu entfalten.
Es gibt das Recht auf Hilfe, soferne Einzelpersonen und kleinere Gemeinschaften
derer bedürfen.
„Jedwede Gesellschaftstätigkeit ist
... subsidiär; sie soll die Glieder des Sozialkörpers unterstützen,
darf sie aber niemals zerschlagen oder aufsaugen.“ (Quadragesimo anno,
1931, Nr.79, Papst Pius XI.)15
Grundsätzlich ist Subsidiarität
ein Strukturprinzip der Gesellschaft und kein Freibrief sozialstaatliche
Leistungen - welche am besten vom Staat erbracht werden können
- zu privatisieren.
Daher fordert und fördert die KAB Subsidiarität in allen Lebensbereichen.
Wir unterstützen einerseits dezentrale und regionale Strukturen,
um eine stärkere Teilhabe und Beteiligung der Menschen an politischen
Entscheidungen zu ermöglichen. Andererseits wehren wir uns gegen
Tendenzen übergeordneter Einheiten, sich ihrer Verantwortung zu
entziehen.
4.6 - Orientierung am GEMEINWOHL
„Was ist gut für das Ganze?“
Das Gemeinwohl ist die Summe aller politischen,
kulturellen und wirtschaftlichen Bedingungen des sozialen Lebens, die
es Frauen und Männern ermöglichen, ganz ihr Menschsein verwirklichen
zu können.
„Das Gemeinwohl“ nimmt „heute mehr und
mehr einen weltweiten Umfang“ an und umfasst „deshalb auch die Rechte
und Pflichten, die die ganze Menschheit betreffen“. (II. Vatikanisches
Konzil)16
Um am Gemeinwohl mitzuwirken, bedarf es
der Information, der Urteilsfähigkeit, der Zivilcourage und vor
allem eines wachen, gebildeten Gewissens, das den Dialog nicht nur mit
sich selbst und mit anderen, sondern auch mit Gott sucht.
Die KAB leistet ihren Beitrag am Gemeinwohl, indem sie das Wohl des
ganzen Menschen und aller Menschen im Auge hat. Um mehr Entscheidungen
zugunsten des Gemeinwohls zu unterstützen, bietet die KAB vertrauensvolle
Gemeinschaften an. Im Einsatz für soziale Gerechtigkeit und im
solidarischen Engagement wirkt die KAB am Gemeinwohl mit.
4.7 Orientierung an der NACHHALTIGKEIT
„Was gilt es zu bewahren?“
Die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen
muss zu einem zentralen Organisationsprinzip von Wirtschaft und Gesellschaft
werden. Eine Orientierung an der Nachhaltigkeit verlangt ein umweltbewusstes,
wirtschaftliches Handeln, das auf umweltschonende Technologien setzt,
die auf deutliche Einsparung von nichterneuerbaren Rohstoffen und die
Wiederverwertbarkeit von Verbrauchsgütern abzielen.
„Wir haben auch die Verantwortung für
die Welt und die Menschen von morgen“ (SHB 50)17
Die KAB verpflichtet sich, den unabdingbaren
Dreiklang von „Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung“
in die Arbeitswelt, Wirtschaft und Gesellschaft einzubringen. Wenn es
zu Spannungen zwischen ökonomischen Wachstumsinteressen und ökologischen
Erhaltungsinteressen kommt, setzt sich die KAB dafür ein, dass
eine menschenwürdige Umwelt gesichert bleibt.
5. - VISIONEN DER KAB
5.1. - Herausforderungen der Gegenwart
Das Weltbild ist im Wandel. Nicht Eindeutigkeit
und Berechenbarkeit, sondern Vieldeutigkeit, Ungewissheit und Gleichzeitigkeit
verschiedener, oftmals gegenläufiger Entwicklungen prägen
das Bild am Anfang des 21. Jahrhunderts. Viele traditionelle Welterklärungssysteme
haben hinsichtlich ihres umfassenden Geltungsanspruches abgedankt: Vollkommen
neue Dynamiken prägen heute unser Verständnis von Wirklichkeit.
Internationalisierung der Industrie: Die
Auflösung der Grenzen zwischen verschiedenen Industriezweigen,
die Entstehung neuer Spielarten des Wettbewerbs und der fortschreitende
Globalisierungsprozess führen dazu, dass traditionelle nationale
und regionale wirtschaftliche Rahmenbedingungen durch multilaterale
Strukturen und Verfahren ersetzt werden.
Internationalisierung des Handels: Seit
1950 ist der weltweite Warenhandel jährlich um 6,3 Prozent gewachsen.
Der weltweite Konsum hat sich von 1975 bis 1998 verdoppelt (auf 24 Billionen
US-Dollar).
Internationalisierung der Kapitalströme:
Zwischen 1985 und 1997 haben sich die direkten Auslandsinvestitionen
der OECD-Staaten von 50 auf 382 Milliarden US-Dollar mehr als versiebenfacht.
Dabei haben sich die Kapitalströme von den Warenströmen abgekoppelt
und verselbständigt. Die Realwirtschaft (Güter und Dienstleistungen)
macht gerade noch zwei Prozent der weltweiten Finanzwirtschaft aus.
Internationalisierung der Informationsströme:
Die Telekommunikations-Revolution der 90er Jahre ermöglichte ein
exponentielles Wachstum der Informationsströme, welches jenes der
Handels- und Kapitalströme übertroffen hat.
(Quelle: „Österreich neu denken“)18
Statt der Vorstellung von eindeutigen kausalen
Zusammenhängen muss in der Gesellschaft ein Bewusstsein um vernetzte
Wechselwirkungen im Vordergrund stehen - denn sie prägen Gesellschaft,
Wirtschaft und Politik zunehmend.
5.2 Die KAB auf dem Weg ins 3. Jahrtausend
Mit dem neuen Grundsatzprogramm macht sich
die KAB-Österreichs auf den Weg ins neue Jahrtausend. Im Versuch
die „Zeichen der Zeit“ zu deuten, finden wir eine Welt, die beladen
ist mit den Widersprüchen eines wirtschaftlichen, kulturellen und
technologischen Wachstums. Es bietet wenigen Begünstigten große
Möglichkeiten, während es unzählige Menschen, vom Fortschritt
ausgrenzt, die sich mit Lebensbedingungen herumschlagen müssen,
die weit unter der Menschenwürde liegen. Dieser Realität stellt
die KAB ihre Visionen gegenüber.
Wir haben die Vision ...
... von Menschen, die dort, wo sie leben und arbeiten gerechte Verhältnisse
vorfinden
... von einer Gesellschaft, in der Frauen und Männer gleichberechtigt
und gleichbehandelt leben
... von einer Politik, die den Rahmen schafft für ein freies, friedliches,
gerechtes und demokratisches Miteinander
... von einer Arbeitswelt, in der die Menschen ihre schöpferischen
Fähigkeiten entfalten können
... von einer Wirtschaft, in der die Menschen im Mittelpunkt stehen
... von einer Kirche, die aus den Quellen der Bibel schöpft und
ein Ort der Hoffnung ist.
Die KAB möchte „Befreiungskirche“ sein - ein Instrument, um die
gesamtmenschliche Erlösung voranzutreiben - um dem Reich Gottes
in der Arbeitswelt zum Durchbruch zu verhelfen.
5.3. - Forderungen der KAB
Aus den Herausforderungen und den Visionen
für die Zukunft ergeben sich für die KAB-Österreichs
konkrete Forderungen, welche die Arbeit in den nächsten Jahren
entscheidend mitprägen werden:
Ein eindeutiges JA zum Sozial- und Wohlfahrtsstaat,
der eine Befriedigung von entscheidenden Bedürfnissen der Bürger/innen
wie z. B. Gesundheit, Verkehr, Bildung, soziale Transferleistungen ...
sicherstellt.
Wir halten das Modell der „sozialen Grundsicherung“ für einen wichtigen
Schritt zum Ausbau des Sozialstaates.
Wir fordern eine partnerschaftliche Arbeitsteilung und Gleichbehandlung
der Geschlechter in Familie und Gesellschaft.
Wir fordern die Erhaltung der arbeitsfreien Sonn- und Feiertage in Österreich
und engagieren uns an der „Allianz für den freien Sonntag“. Menschen
sind nicht als „Rund-um-die-Uhr-Wesen“ konstruiert.
Wir fordern von einzelnen Unternehmen und der gesamten Wirtschaft, ihre
soziale und gesellschaftliche Verantwortung stärker wahrzunehmen.
Wir fordern, dass eine Sozialverträglichkeits-Prüfung („Sozialgütesiegel“),
ähnlich einer Umweltverträglichkeitsprüfung, geschaffen
wird.
Wir fordern die Weiterentwicklung der EU zu einer „Sozial-Union“. Wir
sagen ein klares JA zur Erweiterung der Europäischen Union.
Wir fordern ausreichende Informationen über die Auswirkungen des
Spar-, Versicherungs- und Geldanlageverhaltens jedes/jeder Einzelnen
auf die Finanzmärkte und die reale Wirtschaft.
Die Finanzmärkte sind durch Besteuerung in die gesellschaftliche
Verantwortung miteinzubeziehen. Die Politik soll durch eine demokratische
Kontrolle dieser Märkte wieder steuernd eingreifen.
„Globalisierung braucht Rahmenbedingungen!“ Das Wirtschafts- und das
Geldsystem sind einer „ethischen Kontrolle“ zu unterziehen.
Wir fordern eine Welt von Arbeit und Wirtschaft, die „den Menschen in
die Mitte“ stellt. Dazu orientieren wir uns an den Grundsätzen
christlicher Soziallehre und fordern „Handlungsspielräume für
eine Wirtschaftspolitik, um eine global nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen,
in deren Zentrum gerechte Verteilung steht“. 19
Um diese Forderungen vorantreiben zu können, wird die KAB in Österreich
auch in Zukunft ein Mindestmaß an Ressourcen in den einzelnen
Diözesen benötigen, damit in haupt- und ehrenamtlichen Strukturen
Apostolat in der Arbeitswelt verwirklicht wird.
„Unerlässlich erscheint es, dass sich
die Ortskirchen immer organischer und vollendeter bemühen, im Rahmen
einer angemessenen Pastoral für die Fragen und die Kultur der Berufstätigen
offen zu sein, damit sie stets imstande sind, die Erlösung, die
Christus in der Fülle der Zeit gewirkt hat, zu verkünden.
Die Arbeiter- und Betriebsseelsorge ist in der heutigen Zeit, der Zeit
eines neuen Advents, der Zeit der Erwartung, so notwendig wie nie zuvor.“
(Johannes Paul II.)20
6. ANHANG
6.1. - Quellenverzeichnis, Aufstellung
der Fußnoten
1) Joseph Cardijn
s.o.
2) Aus der Sozialenzyklika „Mater et magistra“, 1961
3) Aus dem Lukas-Evangelium: Lk 5,4
4) Joseph Cardijn s.o.
5) Aus dem Buch Genesis: Gen 1,27
6) Aus dem Sozialhirtenbrief der kath. Bischöfe Österreichs:
„Der Mensch ist der Weg der Kirche“, 1990
7) Aus „Gerechtigkeit in der Welt“, 1971
8) Joseph Cardijn s.o.
9) Der Friedensnobelpreisträger Martin Luther King war Baptistenprediger,
der sich für die Gleichberechtigung farbiger Amerikaner engagierte.
1968 ermordet.
10) Aus der Sozialenzyklika „Centesimus annus“ (52), 1991
11) Aus dem Referat „Gelebter Glaube –Engagement und Solidarität
der Christen“ von Prof. Dr. Kurt Koch, Bischof von Basel
12) Aus dem Buch „Option für die Armen“ von Clodovis Boff und Leonardo
Pixley
13) Aus dem Grundsatzprogramm der „Allianz für den freien Sonntag
Österreichs“
14) Aus „Libertatis conscientia“: Zweite Instruktion der Kongregation
für die Glaubenslehre über die christliche Freiheit und die
Befreiung, 1986
15) Aus der Sozialenzyklika „Quadragesimo anno“ (79), 1931
16) Aus „Gaudium et spes“, 1965
17) Aus dem Sozialhirtenbrief (50) s.o.
18) Aus der Broschüre: „Österreich neu denken“ der Vereinigung
der Österreichischen Industrie, Wien 2000
19) Aus der Gründungserklärung von ATTAC – Österreich:
Netzwerk zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte, 2000
20) Aus „Die Arbeit ist für den Menschen da“ in „Insgenamenti di
Giovanni Paolo II, Rom 1984
6.2. - Geschichtliche Entwicklung
Am 6. und 7. April 1951 wurde in Attnang/Puchheim, Oberösterreich,
die Gründung einer Katholischen Arbeiterbewegung Österreichs
(KAB) beschlossen.
Manche der Grundsätze, die in den Gründertagen festgeschrieben
wurden, belegen, dass „das werdende Reich Gottes in der Arbeitswelt“
die eigentliche Vision für die KAB - in Vergangenheit, Gegenwart
und Zukunft - ist.
- Vermenschlichung der Wirtschaft:
„Den Betrieb als Leistungsgemeinschaft mit Mitbestimmung und Mitverantwortung,
daher die Überwindung des Kapitalismus und der Fremdbestimmung.
Dabei bewerten wir die Arbeit als Mittel zur persönlichen Entfaltung,
zur Selbsterhaltung und zur Erhöhung des Sozialproduktes. Wir treten
ein für den gerechten Lohn, ... Wir verlangen das Eigentum ...
auch für den Arbeiterstand, als Forderung der Gerechtigkeit.“
- Soziale Sicherung und Aufstieg:
„Die Sicherung gegen Risiko durch soziale Einrichtungen, wie Krankenkassen,
Arbeitslosenversicherung und Altersversorgung. Diese sozialen Einrichtungen
sind der Freiheit und Würde des Menschen einzuordnen. Wir erstreben
außerdem größere Sicherung des Arbeitsplatzes und erhöhten
Kündigungsschutz. Wir erstreben durch Eigentumsbildung den Aufstieg
des Arbeiterstandes.“
- Gesellschaftliche Achtung:
„Die allgemeine Achtung und gesellschaftliche Gleichstellung, die Überwindung
des nach Besitz ausgerichteten gesellschaftlichen Ansehens. Wir treten
ein für die Gesundung der Familie, ihre Sicherung und gesellschaftliche
Achtung. Wir treten ein für die arbeitsrechtliche Gleichstellung
der Frau ...“
- Gleichwertige Arbeiterbildung:
„Wir erheben Anspruch, auf die Gestaltung der kulturellen Einrichtungen
Einfluss auszuüben und uns ihrer zu bedienen.“
- Gerechte Arbeitervertretung:
„Die verhältnismäßige Vertretung der Arbeiterschaft
im öffentlichen Raum ... Wir stellen uns auf den Boden der demokratischen
Verfassung, bejahen sie und lehnen jedwede Diktatur ab.“
- Verwirklichung der Soziallehre:
„Wer für die sozialen Rechte eintritt, muss zuerst Menschenrechte
und Menschenwürde anerkennen. ... Unser Ziel ist die Überwindung
des Kapitalismus und des Materialismus als gesellschaftliche Ordnung;
ein Arbeiterstand, der sich seiner Rechte und seiner Verantwortung bewusst
ist; ein christlicher Arbeiterstand, der aus dem Glauben die Kraft schöpft
für seine Leistung und seinen Aufstieg.“
6.3. – Gebete, Texte und Lieder der
KAB
KAB-GEBET
Herr Jesus Christus,
ich opfere Dir meinen Tag,
meine Arbeit, meine Kämpfe,
meine Freuden und meine Schwierigkeiten.
Lass mich, wie auch meine Brüder und Schwestern
in der Welt der Arbeit,
denken wie Du, arbeiten mit Dir, leben in Dir.
Gib mir die Gnade,
Dich mit meinem ganzen Herzen zu lieben
und Dir mit allen meinen Kräften zu dienen.
Dein Reich komme in die Familien,
die Fabriken, die Werkstätten, die Büros, die Kasernen
und in alle Stätten der Bildung und Freizeit.
Gib, dass alle, die heute in Gefahr sind,
in Deiner Liebe bleiben
und schenke den Verstorbenen Deinen Frieden.
Maria, Mutter der Kirche, bitte für uns.
Amen.
EIN
GEBET DER WELTBEWEGUNG CHRISTLICHER ARBEITER/INNEN (WBCA)
Zu
Gott sprechen, wie zu Vater und Mutter, ist ermutigend:
Vater
und Mutter unser!
Du bist im Himmel, aber auch auf Erden.
Dir begegnen wir auf unseren Strassen, im Alltagsleben,
überall dort, wo wir zu kämpfen haben.
Wir
hoffen,
Dein Name und Deine Botschaft werden erkannt
und allen widerfährt Gerechtigkeit.
Wir
hoffen,
dass wir miteinander teilen, wie Du es uns zeigtest,
damit kein Mensch Hunger und Durst leiden muss
und alle Menschen in Würde leben können.
Gib
uns die Kraft, fortzusetzen was Du begonnen hast.
Zeig uns, wie wir eine Neue Welt aufbauen können.
Eine Welt, die es Männern und Frauen ermöglicht,
ihre Beziehungen zueinander neu zu gestalten.
Erlöse uns von unserem Individualismus und unserem Machthunger.
Mach, dass unsere Hände mit anderen teilen
und solidarisch mitanpacken wie Jesu Hände.
Möge sein Blick den unseren über unsere Grenzen hinaus richten.
Gib
uns den Mut,
der Anziehungskraft materieller Güter
und Privilegien jeder Art zu widerstehen.
Gib uns die Kraft,
der Verbrauchergesellschaft
und ihren falschen Gewissheiten zu widerstehen.
Wappne uns mit einer Solidarität,
die allen Belastungen gewachsen ist.
Amen.
Lied:
Brot und Rosen
6.4. Kurze Cardijn-Biographie
mit Foto

Joseph Cardijn
Der belgische Arbeiterpriester und spätere
Kardinal Joseph Cardijn (1882 – 1967) gilt auch als Begründer der
KAJ und KAB in Österreich. Bereits am Beginn des Jahrhunderts war
ihm das Schicksal von jungen ArbeiterInnen ein Anliegen und er gründete
in Belgien die Jungarbeiterbewegung (JOC). Durch mehrere Österreich-Besuche,
vor allem aber mit seiner Methode „Sehen – Urteilen – Handeln“ wurde
er zur prägenden Gestalt und Impulsgeber der weltweiten Bewegung
für junge ArbeiterInnen in der Katholischen Kirche. So kann die
Gründungszeit der KAJ und KAB auch als „Cardijn-Bewegung“ verstanden
werden.
6.4. Übersichtstabelle
über Soziale Rundschreiben der Weltkirche
6.5. Sozialbotschaften in Österreich
6.6.
Informationen: Solidaritätsfonds, ZeitZeichen, Weltkarte mit Ländern,
wo es überall KAB gibt.
6.7. - Impressum
7.
ADRESSEN
Postadresse, Telephon,
E-Mail, Homepage,...
7.1 - Die KAB auf Österreichebene:
Bundesstelle der KAB-Österreichs
7.2
- Die KAB in den Diözesen:
Diözese Eisenstadt
KAB - Burgenland
Diözese Feldkirch KAB - Vorarlberg
Diözese Graz-Seckau KAB - Steiermark
Diözese Gurk-Klagenfurt KAB - Kärnten
Diözese Innsbruck KAB - Tirol
Diözese Linz KAB - Oberösterreich
Erzdiözese Salzburg KAB - Salzburg
Diözese St. Pölten KAB - St. Pölten
Erzdiözese Wien KAB - Wien
7.3
- Regionale Kontaktstellen:
z.B. Betriebsseelsorge