PRESSEMITTEILUNGEN


Siehe auch Presseberichte der KAB-Österreichs

http://www.kaboe.at/content/site/oesterreich/medienmaterialien/presseberichte/index.html?SWS=002fd93e7a00055002191b79c6e50990

 

29.08.2010: Im Geiste Cardijns (Mehr bitte klicken)

05.08.2010: KA: "Märchenbuch" als Urlaubslektüre für Politiker (Mehr bitte klicken)

01.07.2010: Die KA stellt sich vor (Mehr bitte klicken)

24.06.2010: Aktionstag "Wege aus der Krise" in 1060 Wien (Mehr bitte klicken)

02.03.2010: Kath. Arbeitnehmer sehen Gefahr für freien Sonntag (Mehr bitte klicken)

26.02.2010: Arbeitswelt 2010: Antworten von Kardinal Dr. Christoph Schönborn (Mehr bitte klicken)

13.10.2009: Vorsitzwechsel in der Katholischen Arbeitnehmer/innen Bewegung Österreich (Mehr bitte klicken)

 



PRESSEMELDUNG

des Sonntags

http://www.dersonntag.at/news/articles/2010/08/25/a4552/detailinfo

Wien, 29. 7. 2010

Im Geiste Cardijns




Sommer-Serie zum „Zukunftsprozess” der Katholischen Aktion (KA): Die „Katholische Arbeitnehmer/innenbewegung” (KAB) ist Kirche in der Arbeitswelt und Stimme der Arbeitnehmer/innen in der Kirche.

Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt.

Die KAB geht auf den belgischen Arbeiterpriester Kardinal Joseph Cardijn (1882-1967) zurück, der sich um die Not und Probleme der christlichen Arbeiterjugend annahm. Durch seine Methode „Sehen – Urteilen – Handeln” wurde er zur prägenden Gestalt und zum Impulsgeber der weltweiten Bewegung für junge Arbeiter/innen in der katholischen Kirche.

Die KAB ist Kirche in der Arbeitswelt und Stimme der ArbeitnehmerInnen in der Kirche. In ihren Aktivistenrunden und KAB Gruppen versucht sie, die Soziallehre der Kirche in die heutige Zeit zu übersetzen, und kämpft für soziale Gerechtigkeit und Solidarität in der Gesellschaft.

Ihr wichtigster Grundsatz ist es, dass die Wirtschaft den Menschen dienen muss, und nicht umgekehrt der Mensch der Sklave der Wirtschaft wird. So engagiert sie sich in der Allianz für den freien Sonntag, in der Plattform „Wege aus der Krise” und hat ein Mandat im Österreichischen Gewerkschaftsbund.

Gleichzeitig ist sie auch international vernetzt in der Europäischen Bewegung christlicher Arbeiter sowie in der Weltbewegung christlicher Arbeiter.

Thomas Huber

Thomas Huber ist in der KAB Ternitz aktiv.


Ich bin seit über 25 Jahren in der „Katholischen Arbeitnehmerbewegung” (KAB) engagiert.

Die KAB als katholische Laienbewegung versteht sich als „verbindendes Element zwischen Kirche und Arbeitswelt”.

Was kann uns die „Katholische Soziallehre” für die heutige Arbeitswelt sagen? Ich denke, gerade die Ursachen und Auswirkungen der momentanen Finanz- und Wirtschaftskrise verdeutlichen uns die Wichtigkeit, Orientierung und mögliche neue Leitlinien aus christlich sozialer Sicht zu geben.

Die Aktivistenrunden der KAB, Studiennachmittage und religiös-sozialpolitische Wochenenden versuchen diese gerade heute sehr wichtige Bildungsarbeit zu leisten.

Einer der größten „Erfolge” der KAB aus jüngster Vergangenheit war zweifellos die Initiative zur Gründung der Plattform zur Beibehaltung des „Gemeinsamen arbeitsfreien Sonntags”. Dafür konnten auf breitester Basis die Gewerkschaften, die Sozialpartner und Katholische Verbände gewonnen werden.


Michael Kronas

Michael Kronas engagiert sich in der KAB Kaiserebersdorf, 1110 Wien.



Alles begann mit der Einladung eines lieben Freundes zur KAB vor 10 Jahren. Die Arbeit mit und Informationen zu sozialen Themen sind zu einem Teil in meinem Leben geworden.

Durch die KAB ist der Blick auf das Wesentliche – trotz politischer Vereinnahmung – immer gewährleistet.

Die aktuellen Diskussionen zu Mindestsicherung und Bedingungslosem-Grund-Einkommen sind Basis einer Gemeinwohl-Ökonomie, die uns alle in den nächsten Jahren angehen wird.

Mein Beitrag: in der Pfarre, im Freundes- und Bekanntenkreis Interesse wecken.

Kardinal Cardijn prägt meine Sicht auf das Laienapostolat: Jesus Christus durch uns alle, dort, wo wir Familie leben und Arbeit haben, zu verkünden.

Elisabeth Krull

Elisabeth Krull gehört zur KAB-Runde Perchtoldsdorf.

Als junge Laborantin in einem Wiener Spital spürte ich sehr bald, dass nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch sozialpolitische Dimensionen für unser Leben von Bedeutung sind.

Dies war auch der Beginn einer KAB-Runde, zu der wir uns jede Woche im Rektorat des Krankenhauses trafen. Das Wort Gottes bildete das Zentrum unserer Fragen.

Aussagen des Begründers der KAB – Josef Cardijn – wurden hinterfragt, z. B. „Die ersten Apostel der Arbeiter werden die Arbeiter selbst sein!”

Geistige Heimat war und ist seither unsere KAB-Runde in Perchtoldsdorf. Bis heute treffen wir einander regelmäßig. Für mich ist es sehr wichtig geworden, den Menschen zu sagen: Kirche lebt in erster Linie von unten nach oben.


Der Sonntag (red)

26.08.2010

 

 


PRESSEMELDUNG

DER KATHPRESS www.kathpress.at

Wien, 5. 8. 2010

Katholische Aktion: "Märchenbuch" als Urlaubslektüre für Politiker

"Märchenbuch übers Steuerzahlen" in zweiter Auflage mit 60.000 Exemplaren erschienen - KAÖ fordert neue Debatte über Vermögensbesteuerung

Wien, 04.08.10 (KAP) Ein "Märchenbuch" empfiehlt die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) den heimischen Politikern als Urlaubslektüre. Das von der KAÖ erarbeitete und nun gemeinsam mit Österreichischem Gewerkschaftsbund ÖGB und Arbeiterkammer Oberösterreich verteilte "Märchenbuch aus Österreich übers Steuerzahlen" will gezielt Behauptungen zum Thema Steuern unter die Lupe nehmen. Es handelt sich dabei bereits um die zweite Auflage mit einer Stärke von rund 60.000 Stück.

In der aktuellen Steuerdebatte dürfe das Thema der sozialen Gerechtigkeit nicht abhanden kommen, mahnte Mitautorin Maria Etl vom "Forum Arbeit, Wirtschaft & Soziales" der KA. "Es ist immer die gleich Frage, die uns umtreibt: wie können wir als Christen soziale Gerechtigkeit nach den Prinzipien der katholischen Soziallehre in
den laufenden politischen Diskursen einklagen?"

Das "Märchenbuch" beginnt dabei durchaus "klassisch": "Es war einmal ein Land, in dem wurde jede und jeder nach seinem/ihrem Vermögen und Einkommen besteuert" - Ein Märchen, das jedoch "sehr wenig den Fakten unseres Steuersystems" entspreche, so die nüchterne Fortsetzung der KA-Autoren.

Konkret räumt das Heft mit einigen "Steuermärchen" auf, so etwa der weit verbreiteten Meinung, dass Steuersenkungen mehr Geld für alle bedeuten. Von einer allgemeinen Steuer- und Abgabensenkung profitieren hingegen vor allem die Besserverdienenden, da sie weit weniger auf die Sozialleistungen des Staates angewiesen seien.

Weiters stimme auch das "Märchen" nicht, dass Menschen mit niedrigem Einkommen keine Steuern zahlen - so schlagen zwar keine Lohnsteuern zu Buche, jedoch fallen Sozialabgaben, Mehrwertsteuer und sonstige Konsumabgaben wesentlich stärker ins Gewicht als bei Besserverdienern.

Wesentlich auch der Hinweis, dass die Besserverdiener nicht - wie es ein gerechtes Steuersystem vorsehen müsste - mehr Steuern bezahlen.
Vielmehr bieten sich den Topverdienern durch Abschreibungen und Steuerprivilegien wie etwa die Errichtung von Privatstiftungen zahlreiche Schlupflöcher.

Forderung nach stärkerer Vermögensbesteuerung

Enthalten sind in dem "Märchenbuch" auch konkrete Forderungen, wie etwa jene nach einer angemessenen Vermögensbesteuerung. Der Anteil der vermögensbezogenen Steuern am gesamten Steueraufkommen habe laut KA in Österreich im Jahr 2007 nur 1,4 Prozent ausgemacht - aufgrund der Abschaffung von Vermögens-, Erbschafts-, Schenkungs- und Börsenumsatzsteuer. Eine Wiedereinführung würde im Jahr 4 Mrd. Euro erbringen, so die KA. Bei der Vermögensbesteuerung liegt Österreich im EU-Vergleich auf einem der letzten Plätze - dies bedrohe langfristig die Funktionsfähigkeit des Sozialstaates.

Weiters fordert die KA in dem Buch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer als einen "wichtigen Schritt zur Eindämmung der Spekulationen auf den Finanzmärkten".

Schließlich weist die Broschüre den bekannten Werbeslogan der Wirtschaftskammer - "Geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut" - zurück mit dem Verweis, dass es gerade die Wirtschaft sei,
die die Schere zwischen Arm und Reich in den vergangenen Jahren weiter geöffnet habe. Heute müsse der Slogan vielmehr umgekehrt werden: "Geht's den Menschen gut, geht's der Wirtschaft gut".

Erhältlich ist das "Märchenbuch", das in Zusammenarbeit mit der Katholischen Arbeitnehmer/innen-Bewegung (KAB), der Katholischen Aktion, der Katholischen Sozialakademie (ksoe), sowie der Katholischen Frauen- und Männerbewegung (kfb und KMB) herausgegeben wird, bei der Katholischen Aktion Österreich (1010 Wien, Spiegelgasse 3/2 - per
Mail über office@kaoe.at) zum Preis von 1 Euro oder online als Download im Internet unter www.kaoe.at

PRESSEMELDUNG

des Sonntags
http://www.dersonntag.at/news/articles/2010/06/30/a4352/detailinfo

Wien, 24. 6. 2010

DIE KA STELLT SICH VOR
„Stachel im Fleisch sein”


In einer Sommer-Serie präsentiert „Der Sonntag” die Gliederungen der Katholischen Aktion, in der zur Zeit ein „Zukunftsprozess” läuft. KA-Generalsekretärin Katharina Kampl über diesen Prozess.

Der KA geht es darum, bei den Menschen zu sein um der Menschen willen.

Worum geht es beim derzeit laufenden Zukunftsprozess der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien?

Kampl (Mag. Katharina Kampl ist Generalsekretärin der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien): Wir stellen uns den drei Grundfragen: Was ist die KA, wo stehen wir derzeit und wohin wollen wir uns entwickeln?

Es geht um ein gemeinsames Ringen um ein neues Selbstverständnis, das uns innerlich stärkt, um mit neuer Kraft nach außen gehen zu können. Aus dem oft gewohnten Nebeneinander der Teilorganisationen soll, neben aller Vielfalt, ein stärkeres Miteinander entstehen, gemeinsame Themenfelder gefunden und erarbeitet werden.

Dieser Prozess ist nicht immer angenehm, denn er bedeutet, unbeweglich und starr Gewordenes, das in der Vergangenheit vielleicht hilfreich und nötig war, aufzugeben und über den eigenen Schatten zu springen.

Das ist ein notwendiger Prozess im Kleinen, wie ihn die Kirche insgesamt derzeit durchläuft.

Was soll am Ende des Prozesses herauskommen, was sind die Ziele?

Kampl: Im Idealfall wachsen wir im Laufe des Prozesses mehr zusammen, kennen unsere Schwächen und Stärken als KA. Am Ende des Prozesses soll neben Strukturentscheidungen vor allem die Erfahrung stehen, die der biblischen Exodus-Erfahrung sehr ähnlich ist: Krisen und Veränderungen müssen uns keine Angst machen, sondern bergen eine große Chance, dass etwas wieder ein Stück weit heil wird.

Hier können wir uns die Natur als Vorbild nehmen, denn ein Baum hält im Herbst auch nicht seine Blätter zurück. Er weiß, dass es wieder Frühling wird.

Mit dem Ende des Prozesses ist die Veränderungsarbeit ja auch nicht abgeschlossen, die Herausforderung des Wandels bleibt ständig bestehen. Die große Hoffnung dabei ist, dass, wenn Veränderung einmal positiv erlebt wird, es nicht mehr so schwer ist, sich immer wieder darauf einzulassen.

Was sind die alten/neuen Aufgaben der KA in der Zukunft, welchen Platz wird/soll sie im Gefüge der Erzdiözese Wien einnehmen?

Kampl: Die KA wird sicherlich verstärkt in die Gesellschaft hineinwirken. Stachel im Fleisch der Bequemlichkeit, der Ignoranz und der Ungerechtigkeit sein. Dies ist im Wesentlichen ein prophetischer Auftrag, Leid wahrzunehmen, aufzuzeigen und entsprechend zu handeln.

In der KA wird das vielfach schon verwirklicht, z.B. in der entwicklungspolitischen, gesellschaftspolitischen, frauenthematischen, umweltgerechten Arbeit. Diesen Themen gilt es in der Gesellschaft verstärkt Gehör zu verschaffen und zu vermitteln, dass Kirche hier präsent ist und hinsieht.

Das Thema Integration und die Frage, wie das Zusammenleben verschiedener Kulturen gelingen kann, wird sicher ein Zukunftsthema der KA sein.

Innerhalb der Kirche wird die KA sich aber auch nicht scheuen, aus Liebe zu dieser Kirche, Themen anzusprechen, die noch nicht heil sind. Diese loyale Kritik muss aber wertschätzend und liebevoll geschehen, im Wissen, dass wir auf einem gemeinsamen Weg sind.

Unser Land ist Missionsland (geworden). Welchen Beitrag zur Neu-Evangelisierung kann die Katholische Aktion leisten?

Kampl: Im Prozess werden wir uns intensiv und bewusst mit diesem Thema beschäftigen. „Mission” kann durchaus auch auf „kreative” und niederschwellige Art und Weise gelingen, z. B. durch gemeinsames Sporttreiben, Kaffeetrinken und Chorsingen unter Studierenden, angeregte Diskussionsveranstaltungen, ansprechende Kinder- und Jugendveranstaltungen – kurz: mit und mitten in unserem Leben Zeugnis geben.

Im Wesentlichen geht es um ein waches, aufmerksames Hinhören auf die Bedürfnisse und Fragen der Menschen und der Gesellschaft. Entscheidend ist dabei, dass wir nicht aus Eigennutz heraus handeln, um z. B. neue Kirchenmitglieder anzuwerben, so verständlich das gerade jetzt auch sein mag, sondern dass wir bei den Menschen um der Menschen willen sind.

Es wird ein ehrlicher Dialog und ein authentisches Aufeinander-Zugehen nötig sein und letztlich das Vertrauen auf Gott, dass er uns immer schon zuvorkommt.


(red)01.07.2010


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Wien, 24. 6. 2010

Aktionstag "Wege aus der Krise"



In keinem anderen OECD- Land wird Vermögen so niedrig besteuert wie in Österreich. Während Gewinne, Spitzengehälter und Vermögen anwachsen, nimmt deren Steuerleistung anteilsmäßig zunehmend ab. Es geht darum, dass Vermögende in Österreich, endlich auch einen gerechten Anteil beitragen - zur Bewältigung der Krisenkosten und für Zukunftsinvestionen in Bildung, Gesundheit, Pflege, öffentlichen Verkehr, Wärmedämmung etc.


Unter dem Motto "3,5 Milliarden für die Zukunft. Vermögenssteuer jetzt!" haben sich zivilgesellschaftliche Organisationen und Menschen in ganz Österreich am 24. Juni 2010 eingefunden, um sich aktiv für die Einführung einer Vermögenssteuer und Investitionen in die Zukunft einzusetzen.


Es geht darum den vorhandenen Konsens, dass die Mehrheit der ÖsterreicherInnen und v.a. die Mittelschicht gegen Vermögenssteuern sind, aufzubrechen in dem wir klar machen, dass es um eine Vermögenssteuer für die 10% reichsten ÖsterreicherInnen geht, die den Großteil des Vermögens besitzen und die Regierung unter Druck zu setzen, eine solche Steuer einzuführen.

  • Wir wollen weder Sparpakete noch Massensteuern.
  • Wir wollen Überfluss besteuern und in die Zukunft investieren!
  • Wir wollen 3,5 Milliarden für die Zukunft. Vermögenssteuer jetzt!

Wie können Sie sich beteiligen?

Machen Sie mit bei einer Aktion die von uns organisiert wird.
Gestalten Sie in und mit Ihrer Organisation eine eigene Aktion und erzählen Sie uns davon.
Sie sind eine Organisation?
Machen Sie am Aktionstag eine Presseaussendung und fordern Sie die Einführung einer Vermögenssteuer.
Weitere Informationen über Aktionen in Wien und den Bundensländern unter:

www.wege-aus-der-krise.at

 

 


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DER KATHPRESS www.kathpress.at

Wien, 2. 3. 2010

Katholische Arbeitnehmer sehen Gefahr für freien Sonntag

utl: Erste europäische Konferenz zum Sonntagsschutz am 24. März in Brüssel


Wien, 02.03.10 (KAP) Die Katholische Arbeitnehmer/innen Bewegung (KAB) der Erzdiözese Wien warnt vor einem wachsenden Druck auf den freien Sonntag. "Die Deregulierung der Arbeitszeit, der Zugriff auf Sonntag und Feiertage und das Ausdehnen der Wochenendarbeit in allen Ländern Europas zeigen, wie mächtig Wirtschaftsinteressen in das Leben der Menschen und in die Gesellschaft eingreifen", kritisiert der Wiener KAB-Vorsitzende Johann Lechner am Dienstag in einer Aussendung zum "Internationalen Tag des freien Sonntags" am 3. März.

Die Ausweitung der Sonn- und Feiertagsarbeit auf gesellschaftlich nicht notwendige Bereiche bedeute einen gravierenden Einschnitt in das Gefüge der Gesellschaft, so Lechner.

Sonn- und Feiertage stellten einen "unverzichtbaren Wert" für die Menschen dar, betont der KAB-Vorsitzende und warnt davor, dass "Erwerbsarbeit rund um die Uhr" die Menschen auf ihre Arbeitskraft und Kaufkraft reduziere: "Gerade der gemeinsame arbeitsfreie Sonntag ist ein Zeichen, dass der Mensch mehr ist, als Arbeitskraft und Konsument."

In diesem Sinn fordert die KAB den generellen Erhalt der gesetzlich geschützten Sonn- und Feiertagsruhe. Bestehende Ausnahmen nach dem Arbeitsruhegesetz seien laufend auf ihre Notwendigkeit zu
überprüfen, so Lechner: "Sonn- und Feiertagsarbeit muss Ausnahme bleiben und einen höheren Preis haben als Normalarbeitszeit."

Große Sonntagsschutz-Konferenz in Brüssel

In Brüssel wird am 24. März die erste Europäische Konferenz zum Schutz des freien Sonntags stattfinden. Auf Initiative des deutschen Europaabgeordneten Thomas Mann, der italienischen
EU-Parlamentarierin Patrizia Toia und der Konrad-Adenauer-Stiftung werden u.a. der EU-Kommissar für Beschäftigung und Soziales, Laszlo Andor und EU-Parlaments-Präsident Jerzy Buzek im Gebäude des
Europaparlaments über den Sonntagsschutz sprechen. Zu den geplanten Referenten bei der Konferenz zählt auch der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz in seiner Funktion als Sprecher der "Allianz für den freien Sonntag Österreich".

Die Tagung wird von zahlreichen Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus ganz Europa, darunter die österreichische "Allianz für den freien Sonntag", das Europäische Kolpingwerk und auch der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), unterstützt. Auch die Kommission der EU-Bischofskonferenzen (ComECE), die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und die "Church of England" als größte anglikanische Kirche unterstützen offiziell die Konferenz.

(forts. mgl.) gpu/

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Arbeitswelt 2010
Antworten von Kardinal Christoph Schönborn
Wien, 26.02.2010

Ein Leser schreibt mir:
"Ich wohne in einem Arbeiterbezirk (Simmering). Ich fahre mit der U-Bahn. Ich rede mit vielen einfachen Menschen. Ich weiß, wie es um die arbeitenden Menschen steht. Nicht das Bild, das man uns präsentiert (alles ist happy) stimmt. Was stimmt, ist, dass alle erschöpft sind bis zum Geht-nicht-mehr. Ich sehe es bei Kellnern, denen fast das Geschirr aus der Hand fällt. Ich höre es bei Kollegen und weiß es von mir selbst. Die Leute können nicht mehr. Zu groß ist der geforderte Stress. In Paris sind innerhalb eines Jahres 24 (!) Menschen, die bei der France Telecom unter extremen Stress arbeiteten, vom Dach des Firmengebäudes gesprungen. Das wird nicht so weitergehen. Da wird etwas passieren (vielleicht mindestens wie 1968).

Der Grund für den Stress mag auch sein, dass man uns nicht mehr so arbeiten lässt, dass aus der Arbeit Befriedigung, Erfüllung einer Berufung erwachsen kann.

Die Löhne fallen, und die Arbeitsbedingungen verschärfen sich. Man hat mir meine Arbeit von vor dem Sommer (Chauffeur für behinderte Kinder) im Herbst neu angeboten. Ich sollte doppelt so viel arbeiten für dasselbe Geld.

"Das machen jetzt alle", hat man mir gesagt. Ich habe abgelehnt. Viele arbeiten bereits für 3,50 Euro die Stunde (Kollektivertrag 7 Euro) und sind froh, Arbeit zu haben. Man quält uns durch immer schärfere Kontrollen, Überstunden werden weitgehend nicht mehr bezahlt. Das alles liegt daran, dass es so viele Arbeitslose gibt. Für jeden, der aufgibt oder streiken wollte, warten schon zwei, die für noch weniger Geld arbeiten würden, noch härter."

So weit der Leserbrief. Übertreibt er? Ich fürchte nicht. Und doch endet er hoffnungsvoll: Er hofft auf ein Umdenken, eine "Wiederbelebung des Glaubens": Und dadurch auf mehr soziale Gerechtigkeit.

Kardinal Dr. Christoph Schönborn


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Vorsitzwechsel in der Katholischen Arbeitnehmer/innen Bewegung Österreich (KABÖ)

Anlässlich der Herbstkonferenz der KABÖ vom 9./10. Okt. 09 in Salzburg wurde
der Oberösterreicher Reinhold Grausam zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt. Er ist Mitarbeiter der Voest-Alpine in Linz und als Schichtarbeiter mit den Realitäten in der Arbeitswelt vertraut. Als Vorsitzende-Stellvertreterinnen wurden Margarete Bliem und Prof. Christa Ellbogen wiedergewählt.

Für ihre langjährige verdienstvolle ehrenamtliche Tätigkeit bedankte sich die Bundeskonferenz beim scheidenden Bundesvorsitzenden Bruno Holzhammer und beim ebenfalls scheidenden Geistlichen Assistent Mag. Hans Gruber und verlieh ihnen die "Goldene KAB-Ehrennadel". Referatsbischof Dr. Alois Schwarz würdigte in einem wertschätzenden Grußwort den Einsatz der beiden. Durch die Anwesenheit von Altbischof Dr. Maximilian Aichern erhielt der Abschied einen würdigen und herzlichen Rahmen.

Im Studienteil über die derzeitige Wirtschaftskrise machte Reinhard Gratzer, Abteilungsleiter der KAB Oberösterreich, in beeindruckender Weise sichtbar, dass die Grundforderung der Kath. Arbeitnehmer/innen Bewegung nach "guter und menschenwürdiger Arbeit" in dem derzeit praktizierten Wirtschafts- und Finanzsystem des Neoliberalismus keine Chance zur Verwirklichung hat.

Die KABÖ erhebt in diesem Zusammenhang erneut ein Umdenken zugunsten eines Wirtschaftsystems, dass die Menschen und nicht das Kapital in den Mittelpunkt des Wirtschaftens stellt.

Die Entwicklung in den letzten 25 Jahren zeigt deutlich, dass die Slogans "Geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut" und "Mehr privat, weniger Staat" nicht der Lebensrealität der Menschen entsprechen.